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"Linke fordert Lockerung des Kündigungsschutz"

vom 08.09.2009

Hypothese zur Inkonsistenz linker Forderungen und deren intellektueller Basis

Würde die Linke das Thema Beschäftigung wirklich ernst nehmen, müsste sie mit aller Macht die Lockerung des Kündigungsschutzes fordern. Man kann davon ausgehen, dass Unternehmen heute nur noch im äußersten Notfall neue Arbeitsplätze schaffen. Lässt sich das Arbeitsaufkommen absolut nicht mehr mit vorhandenen Kräften bewältigen und ist man sich in den Unternehmen halbwegs sicher, dass sich daran so schnell nichts ändert, dann, aber nur dann und dann nur als Notfall werden neue Arbeitsplätze geschaffen und Mitarbeiter eingestellt. Da es annähernd unmöglich ist, Arbeitsplätze ohne Kosten abzubauen, die Kosten für den Abbau von Arbeitsplätzen sogar durch verstärkten Kündigungsschutz nur steigen, bleibt dies in der Tendenz auch so.

Die Linke versucht nun hoffentlich bald, diesen (aus Perspektive der Unternehmen) Teufelskreis durch ihre Forderung nach einer Lockerung des Kündigungsschutz zu durchbrechen. Sie will dafür sorgen, dass Menschen wieder schneller Arbeit finden dadurch, dass Unternehmen früher und schneller Jobs ausloben. Fallen die Stellen dann irgendwann weg, reduzieren die Firmen ihre Belegschaft bleibt die Chance, dass es dann dennoch wieder schneller zu einer Beschäftigung des Arbeitslosen kommt.

Auch die Historie und die Einsichten in geschichtliche Entwicklung stützen die neue Haltung der Linken: Zu Zeiten geringen Kündigungsschutzes (also in den fünfziger und sechziger Jahren) gab es eine deutlich höhere Beschäftigung. Mit Zunahme des Kündigungsschutz in den letzten Jahrzenhnten ging die Zunahme des Arbeitslosenbasissockel einher. Dies will die Linke nun durch ihre Initiative umkehren.

Von Seiten der Arbeitgeber ist nur mit mäßigem Protest zu rechnen. Und der geht auf ein ähnlich irrationales Emotionsmuster zurück wie vorher die Ablehnung der Linken zur Lockerung des Kündigungsschutzes.



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