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Der Rote Baron und die Wahrheit des Joachim Castan

vom 08.04.2008

Für Recherche ist in der deutschen Presselandschaft offenbar kein Raum. Sensationelle Enthüllungen zur Redaktionsarbeit von Stuttgarter Zeitung, FAZ, Welt

Herr Castan ist Historiker. Doppelt gemoppelt promoviert. Herr Dr.Dr. Joachim Castan. Herr Castan hat zwei Nebenberufe: er schreibt Bücher, historische. Er macht Filme. Auch historische.

Eines seiner Bücher hat den Anspruch, die ganze Geschichte des Manfred von Richthofen, des roten Baron zu erzählen. Dass es sich bei dem Buch in weiten Teilen um eine Ansammlung von Vermutungen und Psychlogisierungen auf dünnem Eis handelt, hat die deutsche Presselandschaft in ausführlichen Rezensionen zur Kenntnis genommen. Herr Castan schien seiner Reputation als Historiker keinen großen Gefallen getan zu haben.

Castan arbeitet auch für die Miromar Entertainment AG und sollte im Jahr 2007 einen Film zum gleichen Thema machen, dem roten Baron. Dazu kam es aber leider nicht, da der Produktionsgesellschaft die Finanzierung des Projektes nicht gelang. Aus dieser Perspektive wirkt die Veröffentlichung Castans aus dem Jahr 2007 wie ein Abfallprodukt der gescheiterten Filmproduktion.

Alles noch nicht besonders bemerkenswert. Aber jetzt:

Castan schreibt in seinem Buch über einen Film, den es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab, dessen Handlung er auch gar nicht kannte, da das Drehbuch zu diesem Film aus der Feder eines anderen Autors kam. Und niemand regte sich auf.

Die deutsche Pressewelt, die noch Ende 2007 die Besonderheiten (hier steht bewußt nicht "Mängel") Castans Richthofen Schilderung hervorhob ("die Gefühle Richtofens auf seinem allerletzten Flug"), schreibt nun von Castan ab und wirft dem Film Geschichtsglättung und andere Unschönheiten vor.

Es scheint mal wieder, als sei der Journaille kein Mittel zu dumpf, um die eigene Misanthropie zu stützen, wenn es darum geht, vermeintliche Denkmäler zu stürzen.



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